
Der Modeeinzelhandel in Europa hat jetzt klare Gewinner und Verlierer, wie eine neue Analyse von ECDB im Jahresvergleich zeigt. Die Daten offenbaren drei verschiedene Leistungskategorien, die zeigen, wie sich die Kundenpräferenzen verschieben.
Shein sticht als einziger «Wachstumschampion» hervor.
2024 verzeichnete der chinesische Fast-Fashion-Riese in jedem einzelnen Monat ein positives Wachstum, wobei der Jahresumsatz um 31,6 % stieg. Selbst der schwächste Monat wies ein Wachstum von 5,2 % auf, während der Dezember einen beeindruckenden Anstieg von 48 % im Vergleich zum Vorjahr brachte. In den meisten Monaten verzeichnete Shein ein Wachstum zwischen 20 und 40 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die europäischen Verbraucher kaufen trotz der anhaltenden Kritik an den Arbeitspraktiken, den gefälschten Preisen und den Umweltauswirkungen weiter. Die Zahlen sind eindeutig – die Nachfrage nach ultrabilliger Mode ist ungebrochen.
Etablierte Marken haben zu kämpfen
H&M und Zara dominierten einst die europäische Modewelt, aber jetzt sind sie nur noch «feste Größen». Ihre Leistungen sprechen eine andere Sprache:Der Online-Umsatz von H&M sank im Jahresvergleich um 0,6 %, während Zara ein bescheidenes Wachstum von 4,4 % erzielte. Beide Marken folgten im Laufe des Jahres ähnlichen Mustern – einige Monate stiegen, andere gingen zurück, wobei die Leistung im Vergleich zu 2023 meist gleich blieb oder zurückging. Der einzige Lichtblick kam Anfang 2025, als beide von Januar bis März leichte Verbesserungen verzeichneten. Dies reichte jedoch nicht aus, um die schwächere Performance in den anderen Monaten auszugleichen. Beide Unternehmen betreiben nach wie vor umfangreiche Filialnetze, aber ihre Online-Plattformen haben eindeutig damit zu kämpfen, mit neueren Anbietern zu konkurrieren, die niedrigere Preise und schnellere Trends bieten.
ASOS steht vor ernsten Problemen
ASOS repräsentiert die Kategorie «Underperformer» auf die dramatischste Weise. Der britische Online-Händler musste einen jährlichen Umsatzeinbruch von 16,2 % hinnehmen und verzeichnete in fast jedem Monat ein negatives Wachstum. Lediglich der August 2024 sorgte mit einem Wachstum von 6,9 % für Entspannung. In jedem anderen Monat war ein Rückgang zu verzeichnen, so dass sich ein konsistentes Muster sinkender Umsätze über mehrere Jahre hinweg abzeichnet. Das Unternehmen steht aus mehreren Richtungen unter Druck. Günstige Konkurrenten wie Shein, Trendyol und Uniqlo erobern Marktanteile. In der Zwischenzeit bieten Marktplätze wie Temu und AliExpress noch günstigere Alternativen.ASOS eröffnete nach der Pandemie physische Läden, aber diese Strategie hat den Rückgang nicht aufgehalten. Die Marke, die einst die Online-Mode für junge Europäer anführte, wirkt nun zunehmend veraltet. Die Daten zeigen, dass sich der europäische Modehandel in zwei Welten aufteilt: ultrabillige Fast Fashion und etablierte Marken, die versuchen, sich zu behaupten. Im Moment gewinnen die Billiganbieter.
Die Daten stammen von ECDB