
Laut Daten der Press Gazette ist der weltweite Verlagsverkehr von Google Search um etwa ein Drittel zurückgegangen. Seit Mai 2023 sind die Google-Suchempfehlungen um mehr als 20 %, Google Discover um fast 18 % und die gesamten externen Empfehlungen um etwa ein Viertel zurückgegangen.
KI-generierte Übersichten, die direkt in den Suchergebnissen angezeigt werden, verkürzen die Nutzerreise erheblich, und ein großer Teil der Anfragen endet nun ohne Klick auf eine Website. Sowohl für Webseiten als auch für E-Shops ist die Auswirkung negativ. Ein immer größerer Teil der Entscheidungsfindung erfolgt mittlerweile außerhalb Ihrer eigenen Seiten.
Wo KI-Tools ihre Aufmerksamkeit verlagern
Jüngste Forschungen liefern eine klarere Antwort auf die Frage, welche Quellen KI-Systeme zur Konstruktierung ihrer Antworten verwenden. Zwei unabhängige Studien zeigen, dass große Sprachmodelle zunehmend auf Inhalte von LinkedIn setzen.
Eine Analyse von SEMrush, basierend auf mehr als 230.000 Anfragen aus ChatGPT, Google AI und Perplexity, zeigt, dass LinkedIn derzeit die zweithäufigste Quelle für KI-generierte Antworten ist. Der erste Platz geht an Reddit, was dem übergeordneten Muster entspricht, wie KI-Modelle mit gemeinschaftsgetriebenen Inhalten arbeiten. KI-Systeme neigen dazu, umfangreiche Diskussionsstränge zu priorisieren, in denen bestimmte Erfahrungen wiederholt validiert werden.
Weitere Recherchen von Spotlight gehen noch tiefer. Es zeigt, dass die Zitate von LinkedIn-Quellen in KI-Tools Jahr für Jahr um etwa das Vier- bis Fünffache gestiegen sind. Ein entscheidendes Detail für Marken und Experten ist, dass die meisten dieser Zitate aus LinkedIn Pulse-Artikeln stammen und nicht aus kurzen Statusupdates oder Kommentaren.
Wenn heute ein Kunde KI-Fragen stellt wie «Die beste Plattform für einen E-Shop», «Wie optimiert man Produktfeeds» oder «Was funktioniert im B2B-E-Commerce», kommt die Antwort oft nicht aus einem Unternehmensblog. Stattdessen stammt er aus Experteninhalten, die KI als vertrauenswürdig und kontextuell relevant betrachtet.
In diesem Zusammenhang hat LinkedIn mehrere Vorteile. Die Inhalte sind eindeutig an einen bestimmten Autor mit einer transparenten beruflichen Geschichte gebunden, Artikel sind thematisch fokussiert und sie werden direkt auf einer Plattform veröffentlicht, auf der der Autor die volle Kontrolle über Veröffentlichung und Inhalt hat.
Diese Kombination erklärt, warum KI-Systeme häufiger Einzelpersonen als Marken zitieren und warum LinkedIn für diese Art von Sichtbarkeit besonders geeignet ist.
Was solltest du tun?
Wenn KI-Tools in ihren Antworten zunehmend LinkedIn zitieren, ergibt sich eine neue Chance für Sichtbarkeit. Dies ist kein Experiment oder ein vorübergehender Trend, sondern eine Reaktion darauf, wie KI derzeit Quellen bewertet und auswählt.
Wie können Sie sich an diese Veränderungen anpassen?
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Beziehen Sie Fachexperten aus Ihrem Team ein, um ausführliche LinkedIn-Artikel zu erstellen
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Veröffentlichen Sie praktisches Know-how, einschließlich Prozesse, Daten und realer Projekterfahrung
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Stellen Sie die Profilglaubwürdigkeit durch Verifikation, aktuelle Berufspraxis und ein klares Spezialgebiet sicher.
Da KI-Systeme zunehmend Antworten anstelle traditioneller Suchmaschinen liefern, wird die Sichtbarkeit dieser Antworten zu einer neuen Form organischer Präsenz. Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickelt sich LinkedIn von einem sozialen Netzwerk zu einer der wichtigsten Quellen für KI-gesteuerte Suchanfragen.
Der Referral-Traffic von Google wird wahrscheinlich nicht auf das frühere Niveau zurückkehren. Die Änderung bedeutet jedoch nicht, dass Marken die Chance verloren haben, Teil der Antworten zu sein, die Kunden heute erhalten. Was sich verändert, ist der Ort, an dem Vertrauen und Autorität aufgebaut werden.
Das ist ein Signal, deine Strategie anzupassen. Wenn du möchtest, dass KI dich zitiert, musst du präsent sein, wo sie dich «lesen» und verstehen kann. Heute bedeutet das sehr oft, Artikel auf LinkedIn zu veröffentlichen.