
Zahlen besser, Aktien schlechter
Klarna veröffentlichte am Dienstag seine ersten Ergebnisse seit September, als es mit dem Aktienhandel begann. Der Umsatz im dritten Quartal erreichte 903 Millionen US-Dollar, und das Unternehmen hat 114 Millionen aktive Nutzer – beide Zahlen lagen über den Erwartungen der Analysten.
Das Problem liegt im Betriebsverlust. Es erreichte 14 Millionen Dollar, während der Markt mit 11,3 Millionen Dollar rechnete. Obwohl der Unterschied nicht dramatisch ist, reagierten die Anleger mit einem Ausverkauf – die Aktien fielen an einem einzigen Tag um 9 %.
Seit dem Börsengang um 30 % gefallen
Für Klarna ist das keine leichte Situation. Seit September, als die Aktien an die Börse gingen, haben sie bereits etwa 30 % ihres Wertes verloren. Das ist selbst im Vergleich zu anderen Fintech-Unternehmen ein deutlicher Rückgang.
Das Gesamtvolumen der Käufe über Klarna Services (GMV) erreichte 32,7 Milliarden US-Dollar, was erneut die Schätzungen übertraf. Auch der Ausblick für das vierte Quartal ist optimistisch – das Unternehmen erwartet einen Umsatz zwischen 1,065 und 1,080 Milliarden US-Dollar.
Die US-Expansion setzt sich fort
Klarna versucht, über das klassische «Jetzt kaufen, später bezahlen»-Modell hinauszugehen. Letzten Monat wurde ein Mitgliedschaftsprogramm für den US-Markt eingeführt, das mit Premium-Kreditkarten wie Chase Sapphire oder American Express Platinum konkurrieren soll.
Das Unternehmen kündigte außerdem einen Deal mit Elliott Investment Management an – es wird ihnen in den nächsten zwei Jahren Kredite im Wert von bis zu 6,5 Milliarden Dollar verkaufen.
Was das für den E-Commerce bedeutet
BNPL ist nicht mehr nur eine angesagte Sache. Die Leute nutzen Klarna, um Lebensmittel und Essenslieferungen zu bezahlen. Für Online-Shops bedeutet das einen weiteren Zahlungskanal, der die Konversionen steigern kann – aber auch die Notwendigkeit, zu beobachten, wie sich dieser Sektor finanziell entwickelt.
Doch Klarnas Aktienentwicklung wirft Fragen auf. Das Unternehmen wächst seine Nutzerbasis und seinen Umsatz, doch Investoren ziehen sich zurück. Dies deutet darauf hin, dass der Markt sich um die Rentabilität im BNPL-Bereich sorgt.
Für E-Commerce-Unternehmen, die bereits mit Klarna oder ähnlichen Dienstleistungen integriert sind, lohnt es sich zu beobachten, wie diese Plattformen Wachstum und finanzielle Stabilität in Einklang bringen. Der Sektor reift, und nicht alle Spieler werden es mit der gleichen Stärke schaffen wie heute.