3 Lesezeit Minuten

EU-Gebühr zielt auf asiatische E-Commerce-Pakete

Die Europäische Kommission hat offiziell vorgeschlagen, eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 2 € für in der EU eintreffende Sendungen aus Billig-E-Commerce-Läden einzuführen. Die neue Maßnahme ist eine Reaktion auf den starken Anstieg von Billigimporten aus China und soll faire Bedingungen für europäische Verkäufer gewährleisten.

Veronika Slezáková Veronika Slezáková
Editor in Chief @ Ecommerce Bridge, Ecommerce Bridge
Dieser Artikel wurde für Sie von artificial intelligence übersetzt
EU-Gebühr zielt auf asiatische E-Commerce-Pakete
Quelle: ChatGPT

Laut Reuters haben die EU-Zollbehörden im Jahr 2024 etwa 4,6 Milliarden kleine E-Shop-Pakete bearbeitet. Davon stammten bis zu 91 % aus China, was einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der massive Anstieg der Bestellungen bei Plattformen wie Shein, Temu und Alibaba hat den Druck für strengere Vorschriften erhöht.Was schlägt die Kommission vor?

  • 2 € Gebühr für jedes Paket, das aus dem Ausland direkt an Kunden geliefert wird
  • 0,50 € Gebühr für Pakete, die in Lagern innerhalb der EU bearbeitet werden
  • Beibehaltung der Zollbefreiung für Pakete bis 150 € bis 2028, obwohl die Kommission vorgeschlagen hat, diese Grenze in Zukunft abzuschaffen

Die Gebühr soll die Kosten decken, die den Zollbehörden durch die Einhaltung der europäischen Vorschriften entstehen, z. B. in Bezug auf die Sicherheit von Spielzeug oder die Produktqualität. Der Vorschlag muss noch vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten gebilligt werden. Frankreich hat sich bereits für die Maßnahme ausgesprochen.

Auswirkungen auf den elektronischen Handel

Nach Ansicht von Bernd Lange, dem Vorsitzenden des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, ist die Verarbeitung von Milliarden von Paketen ohne angemessene Kontrollen nicht tragbar. Deshalb hält er es für fair, von großen Plattformen wie Temu, Shein und Alibaba einen Beitrag zu verlangen.

Der Vorschlag sieht auch vor, dass die Verkäufer und nicht die Kunden die Gebühr tragen sollen. Damit soll die Preistransparenz auf den Plattformen erhalten bleiben.

Der Vorschlag der Europäischen Kommission wurde von mehreren europäischen Akteuren begrüßt. Zalando unterstützt ihn, fordert aber auch eine schnellere Abschaffung der Zollbefreiung für Pakete bis zu 150 Euro. Der polnische E-Commerce-Marktführer Allegro bezeichnete den Vorschlag als einen Schritt in die richtige Richtung und betonte, dass die konkreten Umsetzungsbedingungen entscheidend sein werden. Er weist insbesondere darauf hin, dass die Vorzugsgebühr von 50 Cent für Waren, die in europäischen Lagern verarbeitet werden, große globale Unternehmen mit umfangreicher Infrastruktur begünstigen könnte, während kleinere Unternehmen weiterhin den vollen Satz zahlen müssten. Der deutsche Einzelhandelsverband HDE hat sich ähnlich geäußert und den Vorschlag als Instrument zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs begrüßt, aber ebenfalls die vollständige Abschaffung der Zollbefreiung gefordert. Europa lässt sich auch von den Entwicklungen in den USA inspirieren, wo die Zollbefreiung für Pakete bis zu 800 Dollar diesen Monat abgeschafft wurde. Die amerikanische Politik signalisiert damit eine härtere Gangart gegenüber billigen grenzüberschreitenden Einkäufen.

Nach jahrelanger Kritik kommen nun konkrete Maßnahmen

Die Einführung der Bearbeitungsgebühr ist ein klares Signal, dass die EU die Wettbewerbsbedingungen zwischen inländischen und ausländischen Verkäufern angleichen will. Direktimporte von Billigwaren aus Asien stoßen auf neue Hürden und sind nicht mehr so vorteilhaft wie früher. Für globale Plattformen bedeutet dies, dass sie ihre Logistik, Preispolitik und Steuerregelungen überdenken müssen, wenn sie in Europa weiter wachsen wollen. Aus Sicht der europäischen E-Shops und Verbände, die den chinesischen Giganten seit langem systematische Steuerhinterziehung, unterschiedliche regulatorische Belastungen und Dumpingpreise vorwerfen, ist dies eine willkommene Wende. Nach jahrelangen Beschwerden, Forderungen und Analysen gibt es nun die erste konkrete Maßnahme, die die Marktrealität tatsächlich verändern könnte.

Artikel teilen
Veronika Slezáková
Editor in Chief @ Ecommerce Bridge, Ecommerce Bridge
Ähnliche Artikel
Pinterest präsentiert die Farbpalette für 2026
3 Lesezeit Minuten

Pinterest präsentiert die Farbpalette für 2026

Eine Abkehr von der Neutralität und eine Rückkehr zu mutigen emotionalen Ausdrucksformen. Pinterest hat Pinterest Palette™ 2026 veröffentlicht, fünf trendgetriebene Farben, die durch das Verhalten von mehr als 600 Millionen Nutzern identifiziert wurden. Die Palette spiegelt wider, wie Menschen sich fühlen, präsentieren und ihre Identität in einer zunehmend chaotischen Welt ausdrücken wollen.

Katarína Šimčíková Katarína Šimčíková
E-commerce Content Writer & EU Market Partnerships, Ecommerce Bridge EU
Topshop eröffnet einen eigenen EU-Onlineshop in 23 Märkten
2 Lesezeit Minuten

Topshop eröffnet einen eigenen EU-Onlineshop in 23 Märkten

Topshop hat einen eigenständigen europäischen Onlineshop gestartet, der 23 EU-Länder abdeckt, darunter Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien. Die neue Website, die auf Shopify basiert, bietet der Marke neben ihrer bestehenden Präsenz auf ASOS einen Direkt-zu-Verbraucher-Kanal in Europa. Der Schritt wurde von der Retail Gazette berichtet.

Katarína Šimčíková Katarína Šimčíková
E-commerce Content Writer & EU Market Partnerships, Ecommerce Bridge EU
Kunden vergleichen mehr denn je. Im Online-Einzelhandel gewinnt Vertrauen
4 Lesezeit Minuten

Kunden vergleichen mehr denn je. Im Online-Einzelhandel gewinnt Vertrauen

Die heutigen Kunden vergleichen mehr denn je. Im Online-Einzelhandel ist der Gewinner derjenige, dem er vertraut. Für einen großen Teil der Kunden beginnt die Online-Einkaufsreise nun auf Marktplätzen. Neue Daten zeigen jedoch, dass letztlich die Kaufentscheidung nicht mehr nur die Präsenz auf einer Plattform ist, sondern die Fähigkeit, Vertrauen im Moment des Vergleichs aufzubauen. Kunden […]

Veronika Slezáková Veronika Slezáková
Editor in Chief @ Ecommerce Bridge, Ecommerce Bridge